Silicon City Bangalore

Kaum zu glauben, was sich hier in den letzten fünf Jahren seit Ronalds Praktikum getan hat. Die Fahrt mit dem Nachtbus von Hampi in die indische IT-Hauptstadt war verglichen mit unserer ersten Nachtbusfahrt der pure Luxus: Luftfederung, ausreichend lange und breite Schlafkabine, Tickets confirmed. 😉 Die Ankunft in Bangalore wurde von uns gespannt erwartet. Für Ronald war es eine Art Heimkommen und für Ute ein Realwerden der vielen Erzählungen und Fotos aus Ronalds Praxissemester.

Im Vergleich zu anderen indischen Städten ist Bangalore sehr westlich und der Fortschritt ist deutlich zu sehen und spüren: Einkaufspassagen, klimatisierte Shops, Fast-Food-Ketten, stylische Bars mit europäischen Preisen und auch Inder in Jeans und Top sind hier keine Seltenheit.

Für Ronald war es schwierig, die von damals bekannten Orte wiederzuerkennen: überall neue Gebäude, Flyover und Strassen. Auch das Industriegebiet in Whitefield wächst täglich. Wo vor fünf Jahren der SAP Campus als einziger Gebäudekomplex auf weitem Feld stand, ist heute vom Feld nichts mehr zu erkennen. Jede erdenkliche IT Firma hat ihren eigenen Campus inklusive hunderte Wohnungen für die Mitarbeiter gebaut. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Nur der Verkehr stößt an seine Grenzen. Nach einer Stunde Fahrt mit der Rikscha hat man das Gefühl, genügend Abgase für die nächsten 30 Jahre eingeatmet zu haben. Die Fertigstellung des internationalen Flughafens wird dies wohl noch weiter verschlimmern und noch mehr Menschen in die Stadt schwemmen. Abhilfe soll hier der Bau einer Metro schaffen, falls diese denn jemals fertig werden sollte. Aktuell verursachen die Bauarbeiten nur weiteres Verkehrschaos.

Das krasse Gegenteil dieses fortschrittlichen Teils von Bangalore findet man beim Besuch des City Markets. Hier ist das typische Indien zu finden. Angebote aller Art von Gemüse, Obst und Gewürzen über Pfannen, Körbe und Schuhe bis hin zu Blumen. Verkauft werden die Waren in einfachsten Ständen oder auf dem Boden, auch wenn dieser durch die letzten Ausläufer des Monsuns ziemlich matschig war. Für uns Europäer kaum vorstellbar… Der Besuch des City Markets steht scheinbar bei den wenigsten Travellern auf dem Programm. Zumindest waren wir an diesem Nachmittag die Attraktion des Tages, wurden von allen beobachtet, häufig angesprochen und mit Blumen beschenkt.

Nach dieser Großstadt-Hektik geht’s als nächstes erst mal wieder an den Strand nach Kerala.

— Bangalore (12.10.2008 – 14.10.2008)

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