Delhi – eine Stadt mit vielen Facetten

Mit der Hauptstadt Indiens haben wir unsere Reise durch den Norden begonnen. Bei unserer Ankunft auf dem Flughafen von Delhi wurden wir von Millionen kleiner Fliegen begrüßt, die vom Licht der Scheinwerfer angezogen wurden. Wie sich herausstellte, ist diese Plage für diese Jahreszeit wohl normal und somit wurden die Fliegen unsere ständigen Begleiter im Norden Indiens.

Unsere Unterkunft lag im etwas zwielichtigen, aber traveller-typischen Paharganj und war damit ein optimaler Ausgangspunkt um Delhi zu erkunden. Das heutige Delhi besteht aus mindestens acht Städten, die von vergangenen Herrschern errichtet wurden. Und genau das macht Delhi zu so einer facettenreichen Stadt. So findet man in Old Delhi das typische Indien mit überfüllten Bazaren in engen Gassen, historischen Gebäuden wie dem Red Fort oder die größte Moschee Indiens, in der über 25 Tausend Menschen Platz finden. New Delhi dagegen ist gekennzeichnet durch Regierungsgebäude mit weitläufigen Alleen und Parkanlagen, sowie der Shoppingmeile um den Connaught Place, wo Cafes, Restaurants, Einkaufsläden und Kinos dicht an dicht zu finden sind.

Als amüsant entpuppte sich unser Plan, den Rikschafahrern eins auszuwischen und stattdessen mit der nagelneuen Metro zu fahren. Zum einen hatten die Rikschafahrer nicht mehr viel entgegenzusetzen, wenn man auf die Frage „Where you going?“ mit „Metro“ geantwortet hat und zum anderen hat man sich in der Metro gefühlt wie in einer anderen Welt: moderne, saubere Stationen (mit Mülleimern!), organisierte Ticketverkäufe und Sicherheitskontrollen und sogar ein Fahrplan ist vorhanden… man kam sich vor wie in der Londoner Tube. Am aller lustigsten war aber die Kombination Inder und Rolltreppe. Trotz Anleitung gab es nur wenige, die Rolltreppenfahren normal hinbekommen haben, einige sind sogar wieder zurückgestolpert und haben lieber die normale Treppe gewählt. Tja, auch hier macht der Fortschritt nicht halt. 🙂

Sehr gewöhnungsbedürftig war in Delhi der Feinstaubnebel, der die Stadt permanent umgibt. Tagsüber verschwand alles im Nebel, was weiter als ein Kilometer entfernt war und nachts war an Sterne nicht zu denken. Ebenfalls nervig war der deutlich erhöhte „Belästigungsfaktor“, vor allem im Travellerviertel Paharganj. Andauernd wurde man angesprochen: Hello sir/madame! Which country? Your name? Want Rikscha? Want Water? Want massage? Look at my shop! Money change? Want ear cleaning? usw. Gefragt wird man im Normalfall so lange, bis man entweder mit einem gewissen Sinn für Humor antwortet („Maybe next year“) oder stur die Fragen ignoriert.

Von der Hauptstadt geht’s weiter zum Taj Mahal nach Agra.

— Delhi (22.10.2008 – 25.10.2008)

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