Auf den Spuren der Inka

Tief in den Anden war unser nächster Stopp die ehemalige Hauptstadt des Inka-Imperiums Cuzco, von wo aus wir die verlassene Stadt Machu Picchu besichtigt haben. Von Nazca aus ging es in 16 Stunden mit dem Nachtbus nach Cuzco. Das Besondere an dieser Busfahrt war die zurückzulegende Höhendifferenz: von Nazca auf 600 Metern über Null überquert man einen über 4000 Meter hohen Pass und endet letztendlich in Cuzco auf 3300 Meter. Gegen die leicht spürbaren Symptome der Höhenkrankheit hilft Coca in allen Formen. So haben wir viele Coca-Bonbons gelutscht, jede Menge Coca-Tee getrunken und Coca-Blätter gekaut. 🙂

Cuzco liegt sehr malerisch umgeben von Bergen, deren Hänge komplett mit den typisch peruanischen Backsteinhäusern bebaut sind. Am Besten kann man diesen Blick von einem der vielen Aussichtspunkte über der Stadt genießen. Trotz des relativ kurzen Aufstiegs waren wir aufgrund der hochalpinen Luft ganz schön außer Atem, so dass der Besuch eines der vielen kleinen Cafes immer gelegen kam. Die restlichen Sehenswürdigkeiten wie der Plaza de Armas, die Catedral de Cuzco oder die Iglesia de la Compania de Jesus lagen glücklicherweise in unsteilerem Gelände.

Der Einfluss der Inkas ist trotz spanischer Übernahme der Stadt vor über 450 Jahren noch immer deutlich zu spüren. So findet man zahlreiche Inca Walls, die aus exakt zusammenpassenden Steinen erbaut wurden und im Gegensatz zum Rest der Stadt den vielen Erdbeben der Region standgehalten haben. Besonders stark ist die Symbiose zwischen Inka- und kolonialer Bauweise bei der Iglesia de Santa Domingo zu spüren. In den Gemäuern dieser Kirche sind die Inka Ruinen Qorikancha zu finden. Diese stellten einst den wichtigsten Tempel des Inka Imperiums dar, bevor die spanische Inquisition ihre Kirche darauf erbaute.

Zu den kulinarischen Highlights in Cuzco zählte der Verzehr eines gebackenen Meerschweinchens. Dies ist eine Spezialität in Peru und schmeckt verglichen mit etwas bekannteren Tieren wie eine Mischung aus Kaninchen und Hähnchen. Neben dem Gefühl, ein süßes kleines Meerschweinchen gegessen zu haben, ist der größte Nachteil die geringe Menge an Fleisch. 🙂

Nach diesen Tagen in Cuzco ging es weiter nach Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt für den Besuch von Machu Picchu. Neben dem Inca Trail, der bereits Monate im Voraus ausgebucht ist, ist der Zug die einzige Möglichkeit, nach Aguas Calientes und damit nach Machu Picchu zu kommen.

Mangels Platz für Kurven kriecht der Zug im Zickzack über den ersten Berg aus Cuzco hinaus. Nach 20 Minuten Zickzack-Fahrt ging es bei uns jedoch plötzlich nicht mehr weiter, sondern wieder zurück…Grund war eine defekte Lok. 😦 Nach erfolgreichem Lokwechsel, vier Stunden im Zug und wirklich toller Landschaft in Aguas Calientes angekommen, haben wir am Nachmittag einen Trek auf den Berg Putucusi unternommen. Der zweistündige Weg zum Gipfel führte über viele steile, teilweise senkrechte Leitern und rutschige Steine und war aufgrund der dünnen Luft ziemlich anstrengend. Endlich oben angekommen wurden die Anstrengungen aber mit sensationellen Blicken belohnt: auf dem gegenüberliegenden Berg thronten die Ruinen Machu Picchus. Wirklich beeindruckend.

Die Nacht in Aguas Calientes verbracht, konnten wir am nächsten Tag vor dem ersten Zug mit den Tagestouristen Machu Picchu aus der Nähe anschauen. Der Anblick der in luftiger Höhe liegenden Ruinen, umgeben von noch höheren Bergen, war einfach toll.

Nachdem wir uns vom Anblick losreißen konnten, haben wir die Ruinen genauer erkundet und dabei einen kleineren Trek entlang eines Inka-Pfades zu einer Zugbrücke im Inka-Baustil unternommen. Weiteres Highlight war die ebenfalls ziemlich steile und anstrengende Besteigung des Wayna Picchu, der nochmals einen anderen Blick auf die Ruinen von Machu Picchu eröffnete.

Interessant an Machu Picchu ist, dass die Spanier es auf ihren Eroberungszügen nie entdeckt haben. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Ruinen durch einen Amerikaner entdeckt, der eigentlich auf der Suche nach einer anderen verlassenen Stadt war. 🙂

Nach diesem Tag auf den Spuren der Inkas ging es zurück nach Cuzco und weiter an den Titikaka See nach Puno.

— Cuzco & Machu Picchu (06.03.2009 – 09.03.2009)

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