Der lange Weg in den Süden

Eigentlich sollte unser nächster Stopp der Karijini National Park sein, doch der Sturm von letzter Woche hatte dort wohl einige Schäden angerichtet, so dass die meisten Straßen im Park noch gesperrt waren. Da wir diese Info noch in Exmouth erhielten, beschlossen wir kurzerhand den Karijini auszulassen und direkt in den Süden zu fahren. Schade, da der Karijini sicher noch ein echtes Highlight gewesen wäre, aber die 800 Kilometer Umweg machten mit diesen Einschränkungen wenig Sinn.

Somit machten wir uns auf die 1700 Kilometer lange Strecke nach Albany. Nach 200 Kilometern wurde unsere Reise jedoch abrupt unterbrochen: der Wasserstandsanzeiger bei der Flussdurchquerung zeigte nicht wie bei der Hinfahrt 20 Zentimeter, sondern nun 60! Die Frage war also, ob unser Camper dies überstehen oder einfach weggespült werden würde. Glücklicherweise war ein Ranger vor Ort. Dieser machte uns mit den Worten „May cause some harm to the electric“ zuerst nicht sonderlich Mut. Da in den nächsten Stunden aber nicht mit einem Pegelrückgang zu rechnen war, schickte er uns dann mit den Worten „Give it a try, if anything happens I’ll come and pull you out“ durch die Fluten. Also dachten wir uns na gut – wozu haben wir denn die teure Vollkasko abgeschlossen. Mit einer regelrechten Bugwelle „schwamm“ unser Camper durch die Fluten und fuhr danach problemlos weiter – uff, Glück gehabt!

Die anschließenden Kilometer fuhren wir vorwiegend tagsüber. Zum einen da in der Hitze die Klimaanlage immer laufen musste und zum anderen wollten wir nicht zu viel Risiko mit nächtlichen Tierbegegnungen eingehen. Uns reichten die Kadaver an der Straße: angefangen bei Vögeln (da haben wir mittlerweile auch schon zwei auf dem Gewissen), über Kängurus (bisher nur eine Fastkollision) und Schafen (glücklicherweise noch kein Kontakt) bis zu kleinen Bullen (man will sich gar nicht ausmalen, wie unser Camper nach so einer Kollision ausgesehen hätte) haben wir alles am Straßenrand liegen sehen.

Dank den drei Fragezeichen und Prinzessin Lillifee waren auch Moritz und Lotta einigermaßen beschäftigt und haben die vielen Stunden Fahrt gut mitgemacht. Nach drei Tagen hatten wir es dann endlich geschafft und sind sicher in Albany angekommen. Der Blick auf das Thermometer, ließ uns jedoch unsere langen Klamotten und festes Schuhwerk aus den Schubladen kramen. Mit 17 Grad war es uns dann doch etwas zu kühl. Zum Glück sollten die nächsten Tage wieder wärmer werden. In Albany beginnt somit der letzte Teil unserer Reise, der uns immer der Küste entlang bis nach Perth führen wird.

— Zwischen Exmouth und Albany, 19. – 22.02.2017

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