City of Shiva – eine der heiligsten Städte Indiens

Wenige Orte in Indien sind so voller Leben, spiritueller Kraft und Glauben wie die heilige Stadt am Ganges. Unser nächster Stopp führte uns in die bedeutendste Stadt der Hindus, nach Varanasi. Dies und die Tatsache, dass am 28. Oktober das Lichterfest Diwali gefeiert wurde, haben dafür gesorgt, dass unser Zug nach Varanasi mehr als ausgebucht war. Normalerweise schlafen in einem Abteil sechs Leute… teilweise waren es diesmal bis zu zwölf… zu dritt auf einem Bett, auf dem Boden, einfach überall. 🙂

Nach dem Glauben der Hindus ist das Wasser des Ganges heilig. Ein rituelles Bad im Ganges erlöst von den Sünden des Lebens. Außerdem glauben die Hindus, dass Sterben in Varanasi vom Kreis der Wiedergeburt befreit. Die rituellen Bäder und die Verbrennungen der Toten finden an den sogenannten Ghats statt. Ghats sind Treppen, Tempel und Gebäude direkt am Ganges, von denen es in Varanasi über achtzig gibt. Das tägliche Leben an den Ghats, das neben den spirituellen Zeremonien auch aus Wäschewaschen, Zähneputzen, Angeln und badenden Wasserbüffeln besteht, vermittelt eine besondere Atmosphäre, die man am besten bei einer Bootstour am frühen morgen erlebt. Dabei verbreiten die Burning Ghats eine spezielle Atmosphäre. Täglich werden hier über zweihundert Leichen verbrannt und die Asche im Ganges verstreut. Heilige Personen wie Sadhus (Mönche), Schwangere und Kinder dürfen nicht verbrannt werden und werden stattdessen mit einem Stein am Körper im Ganges beerdigt.

Bei all der Atmosphäre der Ghats ist das krasse der hygienische Zustand des Ganges. Laut Lonely Planet sind in 100ml Gangeswasser mehr als 1,5 Millionen Fäkalbakterien. In Europa ist Wasser erst ab kleiner 500 Fäkalbakterien pro 100ml zum Baden freigegeben. Auch beim morgendlichen Waschen mussten die Badestellen erst von Müll und sonstigem Dreck befreit werden, um das erlösende Bad nehmen zu können. Hier hat man deutlich gespürt, wie stark der Glaube der Menschen an die Kraft des Ganges ist. Wir haben uns jedoch sämtlichen Kontakt mit dem Gangeswasser verkniffen.

Das am Tag unserer Anreise stattfindende Lichterfest Diwali ist eines der größten Feiern im Hinduismus und ist vergleichbar mit unserem Weihnachten und Silvester. Wir fanden es in Varanasi jedoch eher enttäuschend, da zwar viele Häuser mit Lichterketten und Kerzen beleuchtet und bis tief in die Nacht geknallt wurde (mit Böllern, die selbst in Polen verboten sind), sonst aber eigentlich alles wie immer war.

Von Varanasi aus verlassen wir Indien vorerst für einen Abstecher nach Nepal.

— Varanasi (28.10.2008 – 01.11.2008)

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