Java…die Königin aller 17.000 indonesischer Inseln

Von Singapur aus den Äquator in den geografischen Sommer überquert, ging es nun nach Indonesien auf die Insel Java. Wie bei jedem neuen Land mussten wir auch in Indonesien erst einmal Bargeld am Geldautomaten besorgen. Bemerkenswert hierbei war diesmal der Währungskurs im Vergleich zum Euro. Um 100 Euro zu bekommen, muss man 1,5 Millionen Indonesische Rupies abheben. Mit mehreren Millionen in der Tasche verließen wir also den Flughafen Jakarta, um zu unserem ersten Stopp in Java nach Yogyakarta aufzubrechen.

Yogyakarta liegt etwa in der Mitte Javas und gilt als das künstlerische Herz Javas, vor allem in Bezug auf Batik-Textilien und -Gemälde. Für uns war Yogya ein optimaler Ausgangspunkt, um die benachbarten Tempalanlagen von Prambanan und Borobudur zu besichtigen.

Prambanan besteht aus mehreren beeindruckenden Tempelanlagen aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. Die wichtigste Tempelanlage ist den hinduistischen Göttern Shiva, Vishnu und Brahma und ihren Gefährten gewidmet. Umringt werden diese imposanten sechs Haupttempel von 244 kleinen Tempeln, die im Gegensatz zu den Haupttempeln nur noch als Ruinen vorhanden sind. Leider war die Tempelanlage teilweise unzugänglich, da aufgrund des Erdbebens im Jahr 2006 teils Einsturzgefahr bestand.

Borobudur besteht aus einem riesigen, 9-stöckigen Tempel, der noch fünfzig Jahre vor den Prambanan Tempeln erbaut wurde und dem Buddhismus gewidmet ist. Die ersten sechs Ebenen beschreiben in feinen Reliefs das javanesische Leben vor Tausend Jahren. Auf den nächsten drei Ebenen stehen 72 Stupas, in denen jeweils ein Buddha sitzt. Noch toller wirkt der Tempel vor dem Hintergrund des 2900m hohen Vulkan Merapi.

Nächster Stopp auf Java war Cemoro Lawang im Bromo-Tengger-Semeru National Park. Die Fahrt mit dem Minivan dorthin war wohl eine der anstrengendsten Fahrten, die wir bisher auf unserer Reise zurückgelegt haben: zwar waren wir „nur“ 12 Stunden unterwegs, diesmal aber komplett tagsüber und bei gefühlten 40 Grad, da unser Auto zwar eine Klimaanlage hatte, diese aber nicht funktioniert hat und es (aufgrund der Klimaanlage) keine Fenster zum Öffnen gab. 😦

Gunung Bromo (2392m) ist einer von drei kleineren Vulkanen, die innerhalb eines 10km großen Kraters umgeben von einer eindrucksvollen Aschelandschaft stehen. Natürlich ist auch hier das Ziel gewesen, den Blick auf die Mondlandschaft um den Gunung Bromo und den dahinterliegenden Gunung Semeru (3676m – höchster Berg Javas und einer der aktivsten Vulkane mit einem Ascheausbruch alle 15 Minuten) während des Sonnenaufgangs zu genießen. Dies hatte zur Folge, dass wir um 4 Uhr nachts vom Jeep abgeholt wurden und auf den benachbarten Gunung Pananjekan (2770m) gefahren sind…aber es hat sich wirklich gelohnt, die Blicke waren einfach klasse!
Anschließend gings zu Fuß durch die Sandwüste auf und einmal rundum den Krater des Gunung Bromo, um das Innere des Vulkans, die ständig aufsteigenden Rauchwolken und die umgebende Aschelandschaft zu bestaunen.

Unser zweiter Vulkan-Trip hat uns ganz in den Osten Javas geführt, nach Sempol im Baluran National Park. Die Landschaft hier ist vor allem durch Kaffeeplantagen und das Ijen Plateau geprägt. Der Vulkan Ijen liegt auf 2368m und dient heute dem Abbau von Sulfat. Das Spektakuläre am Ijen ist der Sulfatsee im Inneren des Vulkans, in dem man bei einem PH-Wert von 0,4 lieber nicht badet. 🙂 Um den Krater des Ijen zu erreichen, hieß es auch an diesem Morgen um 4 Uhr nachts raus aus den Federn. Über einen sehr steilen, knapp 2-stündigen Trek ging es erst hinauf zum Krater und dann noch mal eine halbe Stunde richtig steil in den Krater hinein, so dass man sozusagen im Auge des Vulkans stand…direkt am See und keine zwei Schritte entfernt von den rauchenden Sulfatwolken des Vulkans. Glücklicherweise war das Wetter und vor allem der Wind gnädig mit uns…Sulfat stinkt bestialisch…und je nach Windrichtung kann der Trip in den Krater schon mal Überwindung kosten. 🙂

Beeindruckend an dem ganzen Trip war nicht nur die gigantische Landschaft, sondern vor allem auch die Bedingungen, unter denen die Arbeiter das Sulfat abbauen und ins Tal tragen müssen: die stärksten tragen zwei mal am Tag jeweils 110 Kilogramm Sulfat (der Durchschnitt liegt bei 80kg) in einer Korbkonstruktion den ganzen langen Weg zum Startpunkt unseres Treks…und das in FlipFlops, ohne Atemmaske und für vier Cent pro Kilogramm. Wir waren schon froh, unser eigenes Gewicht heil zum Krater und zurück befördert zu haben.

Das war unsere Reise durch Java, geprägt von beeindruckenden Tempeln und noch beeindruckenderen Landschaften, leckerem Essen und super Leuten. Nächste Station in Indonesien ist Bali.

— Java (14.12.2008 – 20.12.2008)

 

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