Ka Roimata o Hine Hukatere

Unser nächstes Abenteuer war die Besteigung des Franz Josef Gletschers, bei den Maoris auch bekannt als Ka Roimata o Hie Hukatere (Tears of the Avalanche Girl). Schon der Weg zum Franz Josef Village über den Haast Pass und entlang der Westküste Neuseelands war landschaftlich toll, da sich die Vegetation auf der Strecke komplett verändert hat: gab es in Wanaka noch Berge mit Beech Forest und weite Felder, fährt man an der Westküste plötzlich durch Regenwald.

Regenwald entsteht hier aufgrund der heftigen Regenfälle von 5 Metern pro Jahr. Diese sind auch dafür verantwortlich, dass die Gletscher in dieser Region jährlich um einige Meter bis hinunter in den Regenwald wachsen. Ein Anblick den man außer hier in Neuseeland nur noch an einem Gletscher in Südamerika bestaunen kann.

Da der normale Tourist nur bis auf 200 Meter an das Ende des Gletschers heran darf, haben wir uns für ein ganztägiges Gletscherabenteuer mit Guide entschieden. Ausgerüstet mit Regenjacke, Mütze, Handschuhen, wasserdichten Stiefeln und Steigeisen ging es erstmal eine Stunde entlang des Gletscherflusses zum Fuße des Gletschers. Dort angekommen, hieß es Steigeisen anlegen und ab aufs Eis. Am Anfang sind wir über ins Eis gehauene Stufen hoch auf den Gletscher gestiegen. Die ersten Meter mit dreckigem Eis und Geröll hinter uns gelassen, konnte man danach so richtig blaues Eis bewundern. Unser Ziel war eine Gletscherwellenlandschaft, etwa 800 Höhenmeter über unserem Startpunkt gelegen. Die Gletscherwellen türmen sich wie normale Wellen auf und brechen, allerdings passiert dies viele tausend Mal langsamer als im Meer. Zwischen den Wellen bilden sich Spalten, durch die wir uns bis zu unserem Umkehrpunkt durchgeschlängelt haben. Manche waren dabei so breit, dass man normal durchgehen konnte, andere konnte man nur seitwärts durchqueren und wieder andere waren mit Wasser gefüllt, was die Durchquerung trotz der vorgehauenen Stufen (die allerdings teilweise 30 Zentimeter im Wasser lagen) zu einer nassen Angelegenheit machte. (vorallem für diejenigen in unserer Gruppe, die die Stufen verfehlt haben und einen Meter tief im Wasser standen. 🙂 ) Ingesamt war der Trip ein wirklich tolles Erlebnis, zumal wir auch richtig Glück mit dem Wetter hatten und einen der eher seltenen Sonnentage am Franz Josef Gletscher erwischt haben.

Nach dem Franz Josef Village sind wir weiter entlang der Westküste Richtung Norden gefahren, vorbei an entlegenen Stränden, steiniger Küstenlandschaft und Regenwald. Weil uns die Landschaft so gut gefallen hat, haben wir noch einen Umweg über den dann aber doch eher unspektakulären Arthurs Pass gemacht. Mehr als eine Entschädigung waren dann aber die Pancake Rocks in Punakaiki, die ihrem Namen alle Ehre machen und wie tausende übereinandergeschichtete Pancakes aussehen. Wir haben den direkten Vergleich mit den Originalen gemacht…seht selber in den Bildern. 🙂

Nächstes Ziel ist der Abel Tasman National Park ganz im Norden der Südinsel, wo schon das nächste Abenteuer auf uns wartet.

— Franz Josef (17.02.2009 – 19.02.2009)

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